Die große Familie – EWS GmbH

Meterhoch stapelt sich die Energiewende in der Lagerhalle, die kein Ende zu nehmen scheint. Hier türmen sich Solarmodule, Wechselrichter und andere Bestandteile von Photovoltaikanlagen so hoch, dass man keine Chance hat, ohne Gabelstapler an die oberen Regale zu kommen. Die schleswig-holsteinische EWS GmbH (Energie aus Wind und Sonne) kauft von den Herstellern alles, was zum Bau von Photovoltaik und solarthermischen Anlagen sowie von Holzpellet-Öfen nötig ist und liefert es dann an Installationsbetriebe, die die Anlagen montieren. Angefangen hat EWS vor 30 Jahren als Ein-Mann-Betrieb. Was sich das Unternehmen bis heute bewahrt hat: die familiäre Atmosphäre.

Einmal im Monat, wenn sich alle knapp 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen, dampft der Kaffee in dem großen Besprechungsraum. Der Duft nach frischen Brötchen liegt in der Luft. Alle Angestellten haben sich Zeit genommen. Geschäftsführer Kai Lippert erläutert die aktuelle Auftragslage. Die einzelnen Abteilungen berichten, woran sie arbeiten. Es ist Mitarbeiter-Frühstück bei EWS.

Das EWS Gebäude mit Kollektoren
Elektronikerin Azubine Justine mit ihrem Ausbilder Lars Hinzmann
Eletromeister Lars Hinzmann, Ausbilder von Justine Dönges
Eine Halle voller Module bei der EWS GmbH
regelmäßiger Austausch und Weiterbildungen
Studentin Katharina Thun

Planung von Photovoltaikanlagen auf Deutsch und Englisch

„Das Schöne am Mitarbeiterfrühstück ist, dass man auch einmal erfährt, was die anderen Abteilungen so machen“, sagt Katharina Thun. Die 22-Jährige absolviert gerade ein halbjähriges Praktikum bei EWS. Hauptsächlich plant sie Photovoltaikanlagen. Dabei steht sie in engem Kontakt mit Handwerkerinnen und Handwerkern aus anderen Betrieben, die die Anlagen dann auf den Dächern installieren. Am Computer erstellt sie mit einem so genannten CAD-Programm Zeichnungen, wo die einzelnen Schienen liegen sollen und wie die Photovoltaikanlage befestigt werden soll. Ganz wichtig für die Kundinnen und Kunden ist es auch, dass Katharina Thun eine Ertragsprognose erstellt. So lässt sich abschätzen, ob es sich auch finanziell lohnt, in eine Photovoltaikanlage zu investieren.

„Am besten an Photovoltaik gefällt mir, dass sich jeder einer Anlage auf sein Dach machen kann“, sagt die Energie- und Umweltmanagement-Studentin. Schon auf Grund ihres Bachelor-Studiums interessiert sie sich natürlich für Erneuerbare Energie. Daher wollte sie auch ihr Praktikum in einem Unternehmen machen, dass in diesem Bereich tätig ist. Die neun Kilometer zu EWS in Handewitt fährt sie von Flensburg jeden Morgen mit dem Fahrrad. Handewitt liegt dort, wo die städtische Bebauung und auch Deutschland bald endet. Die Grenze zu Dänemark ist nicht weit weg. Ein Teil der Aufträge von EWS kommt aus dem Nachbarland und auch aus anderen skandinavischen Ländern. Für Katharina Thun heißt das, dass sie ab und zu auch einmal Absprachen auf Englisch führen muss.

Bei EWS gefällt ihr die entspannte Atmosphäre am besten. Die Büroräume sind größtenteils nur durch Glas abgetrennt – auch die Kommunikation ist offen: „Alle duzen sich. Auch zu unserem Chef sage ich Kai. Es gibt einfach keine Hürden, sodass man sich nicht trauen würde, etwas zu sagen.“ Ihre Kolleginnen und Kollegen sind altersmäßig bunt gemischt. Schön findet sie, dass es noch andere Praktikanten gibt. Momentan sind es vier. Darüber hinaus arbeiten zwei Azubis in der Lagerlogistik und drei im Elektrohandwerk.

Unterwegs auf Dächern – technische Ausbildung im Service

Eine davon ist Justine Dönges. Die 21-Jährige macht eine Ausbildung zur Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik – und ist damit die erste Frau in diesem Ausbildungsberuf bei EWS. „Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden. Ich wollte etwas machen, was sonst nur Jungs machen.“ Schon auf der Fachoberschule war sie hauptsächlich mit Jungs auf dem technischen Zweig. „Nachteile sehe ich eigentlich keine. Außer vielleicht, dass es manchmal gut wäre, wenn ich noch etwas stärker wäre, beispielsweise wenn wir Module von Photovoltaikanlagen tragen.“

Sie und ihre Kollegen machen den Service für die Photovoltaikanlagen, die EWS verkauft hat. Mit ihren blauen Transportern fahren sie im größeren Umland herum, reparieren Photovoltaikanlagen und prüfen die Funktionen. Dafür klettert sie in ihrer schwarzen Arbeitskleidung auch einmal hoch hinaus. „Das Beste an meinen Job ist der Ausblick vom Dach.“ Dazu ist der Kontakt zu ihrem Meister, dem 33-jährigen Lars Hinzmann, sehr gut. Mit ihm ist sie fast jeden Tag auf Tour. Kurz gesagt: Ihr gefällt der Job.

Zwischendrin hat sie auch einmal einen Bürotag. Dann müssen Angebote geschrieben und die Arbeit dokumentiert werden. Auch in die Logistik durfte Justine Dönges schon einmal hineinschnuppern und mit dem Gabelstapler durch die Hallen fahren. EWS bietet den Azubis dazu die Möglichkeit, Tätigkeiten zu üben, die sie bei der täglichen Arbeit nicht machen, wie zum Beispiel Brettmontage, aber für die Berufsschule brauchen. Außerdem helfen die Kolleginnen und Kollegen den Azubis, sich auf die Prüfungen vorzubereiten.

Energiewende als Grundmotivation

Geschäftsführer Kai Lippert ist schon ein wenig stolz auf seine Azubis. Sie haben durch die Reihe hinweg sehr gute Noten. „Da hatte ich schlechtere Zeugnisse“, sagt er und lacht. Er ist der Mann, den Zeitungen einmal „Deutschlands grünsten Grünen“ nannten. „Für mich und die Mitarbeiter ist es schon immer die Grundmotivation gewesen, die Energiewende voranzutreiben. Leider stehen dem aber manchmal Sachzwänge entgegen.“ Auf Grund der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Lage in der Solar-Branche musste er in den letzten Jahren Beschäftigte entlassen. Mittlerweile ist er jedoch positiv gestimmt, dass das schlimmste Tal überwunden ist.

Bisher hat EWS nach Möglichkeit alle Azubis übernommen und will das auch weiterhin tun. „Die meisten, die bei uns arbeiten, haben wir durch ein Praktikum oder durch die Ausbildung kennen gelernt. Es kommt niemand Fremdes rein.“ So hofft Kai Lippert auch, dass die Gewinnbeteiligung, die die Mitarbeitenden bei EWS bekommen, bald wieder höher ausfallen wird. „Wir sind hier in Schleswig-Holstein eines der wichtigsten Unternehmen der Erneuerbaren Energien und wollen auch weiterhin das Bindeglied zwischen Herstellern und Installateuren sein.“

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Infos zur EWS GmbH

Am Bahnhof 20
24983 Handewitt
http://www.ews.sh/

Gegründet: 1985
Mitarbeitende: ca. 50
Produkte: Photovoltaik, Solarthermie und Holzpelletheizungen

Ausbildung in folgenden Berufen

Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik
Fachkraft für Lagerlogistik

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